Was passiert chemisch nach einem Todesfall
Nach Eintritt des Todes beginnen körpereigene Bakterien und Enzyme den Zersetzungsprozess. Dabei entstehen vor allem Putrescin und Cadaverin (zwei Diamine), Schwefelverbindungen wie Schwefelwasserstoff und Methanthiol, Ammoniak sowie diverse Fettsäuren. Diese Stoffe haben einen extrem niedrigen Geruchsschwellenwert – das menschliche Geruchsorgan nimmt sie bereits in Konzentrationen von wenigen ppb (parts per billion) wahr.
Die Geruchsstoffe verbinden sich mit organischen Materialien in der Wohnung – Tapeten, Textilien, Holz, Polster, Bodenbelag – und bleiben dort gebunden. Selbst nach gründlicher Reinigung und Lüftung kehrt der Geruch zurück, sobald sich die Raumluft erwärmt oder die Luftfeuchtigkeit steigt. Bei länger zurückliegenden Fällen sind oft auch Estrich, Dämmschicht und Wandputz kontaminiert.
Hinzu kommt eine biologische Belastung: Bakterien, in seltenen Fällen Insektenrückstände und Körperflüssigkeiten erfordern eine fachgerechte Entsorgung als kontaminierten Abfall – das ist gesetzlich geregelt und kann nicht von einer normalen Reinigungsfirma übernommen werden.
