Warum normale Reinigung bei Katzenurin versagt
Katzenurin enthält neben Harnstoff und Harnsäure eine besondere schwefelhaltige Aminosäure namens Felinin. Trifft Felinin auf Luftsauerstoff und Bakterien, entstehen daraus Thiole und Mercaptane – schwefelhaltige Verbindungen, die in extrem niedrigen Konzentrationen wahrgenommen werden und chemisch sehr stabil sind. Genau deshalb ist Katzenurin selbst nach Jahrzehnten in alten Dielen oder Estrichen noch riechbar.
Klassische Haushaltsreiniger lösen nur die wasserlöslichen Bestandteile an der Oberfläche. Die Felinin-Abbauprodukte kristallisieren tief im Material aus. Bei jeder Erhöhung der Luftfeuchtigkeit – nach dem Duschen, beim Wischen, im Sommer – werden sie wieder freigesetzt. Das ist der Grund, warum der Geruch immer wiederkommt, obwohl Sie gefühlt schon alles probiert haben.
Auch Enzymreiniger allein reichen oft nicht aus, wenn der Urin bereits durch Bodenbelag, Fugen oder Estrich-Dämmschicht gewandert ist – ein häufiger Fall in Berliner Altbauwohnungen, wo sich der Urin über Jahre in Holzdielen und Zwischendecken festgesetzt hat.
