Estrichtrocknung

Estrichtrocknung

Bei der Trocknung einer Estrichdämmschicht müssen Sie in einem Abstand von max. 2,5 Meter 50 Millimeter-Löcher mit der Bohrkrone in den Estrich einbringen. Klären Sie bitte vorab, ob es sich hierbei um eine Estrichdämmschicht mit Fußbodenheizung handelt oder nicht, oder ob in den Bereichen evtl. Rohre verlegt sind. Diese können teilweise mit einer Thermografiekamera geortet werden. Grundsätzlich kann man nie zu 100 % sicher sein, ob Rohre vorhanden sind, so dass es immer mal vorkommen kann, dass eine Leitung angebohrt wird. Darüber muss der Auftraggeber vorher in Kenntnis gesetzt werden. Wenn wir von einem Abstand von max. 2,5 Metern von den jeweiligen Einflutlöchern reden, dann stellen Sie sich bitte jetzt einen Raum von 4 x 4 Metern vor. Hier wäre es erforderlich, nur ein einziges Loch in der Mitte zu bohren, denn zu allen angrenzenden Wandflächen beträgt der Abstand unter 2,5 Meter. Wäre der Raum 4 x 6 Meter, müssten Sie in der Länge von 6 Metern zwei Löcher bohren und in der Breite von 4 Metern nur ein Loch, damit der Abstand zwischen den Bohrlöchern und den angrenzenden Wandflächen ebenfalls unter 2,5 Metern bleibt.


Estrichtrocknung Grafik

Um nun die Luft aus dem Estrich wieder heraus zu bekommen, ist es erforderlich, Abluftlöcher zu erstellen. Das kann auf unterschiedliche Weise geschehen. Die beste Lösung ist es, den Randdämmstreifen, der bei einem schwimmenden Estrich verarbeitet wird, herauszunehmen. So haben Sie umlaufend ca. 1 cm Luft. Hier kann die eingeströmte Luft austreten. Sollte es nicht möglich sein, diesen Randdämmstreifen zu entfernen, weil die Fußbodenfläche gefliest ist oder durch eine Trockenbauwand oder ein Vorsatzelement verschlossen ist, so können Sie im Ixelbereich der Wandflächen Entlüftungslöcher setzen, ebenfalls mit einem Abstand von 2,5 Metern. Das bedeutet, wenn Sie einen Raum von 4 x 4 Metern haben, müssen Sie in allen vier Ecken eine Bohrung setzen, so dass die Luft an diesen Stellen wieder austreten kann. Wenn wir nun vorab gesagt haben, dass der Abstand der Bohrlöcher nicht größer als 2,5 Metern sein soll, müssen Sie jeweils in der Mitte der Wandfläche weitere Abluftlöcher setzen, so dass auch der Abstand der Abluftlöcher ebenfalls 2,5 Meter nicht übersteigt. Bei gefliesten Fußböden besteht die Möglichkeit, dass die an der Wand umlaufenden Sockelfliesen und der Randdämmstreifen entfernt werden. Sollte Ihnen das nicht möglich sein, können Sie, um die Abluftlöcher herzustellen, innerhalb der Fuge  z. B. eine 6 mm Bohrung setzen, damit die Luft an der Wandfläche austreten kann. Allerdings müssen Sie hier berücksichtigen,  dass der Querschnitt der einzublasenden Luftöffnung mit dem Querschnitt der austretenden Luftöffnung identisch sein muss. Das bedeutet, wenn  der Durchmesser der Bohrung an der Lufteintrittsstelle im Estrich 50 mm beträgt, Sie aber jetzt nur 6 mm Austrittslöcher setzen, benötigen Sie 70 Bohrungen, um den gleichen Luftquerschnitt zu gewährleisten. Sollten Sie mehrere Einflutlöcher haben, so können Sie die einzelnen Bohrlöcher mit den mitgelieferten T-Stücken verbinden.

Der Seitenkanalverdichter hat zwei Anschlüsse. Schalten Sie das Gerät ein und überprüfen Sie, welche von beiden die Druckseite (Druckverfahren) und welche die Saugseite (Vakuumverfahren) ist. Wenn Sie eine Anlage im Druckverfahren betreiben wollen, das bedeutet, Sie fluten trockene, warme Luft in die Estrichdämmschicht über das Schlauchsystem ein und über die Abluftlöcher tritt die feuchte Luft, die sich mit der Feuchtigkeit der Bodenplatte angereichert hat, wieder aus, so schließen Sie an der Druckseite des Seitenkanalverdichters den Schlauch an und schließen nach ca.  50 cm ein Y-Stück an. Jede Schlauchverbindung sollte aus Sicherheitsgründen mit einer Schlauchschelle gesichert werden, denn während des Betriebes der Anlage erwärmt sich der Schlauch, dehnt sich aus und könnte von einer Verbindung abrutschen, so dass Sie erneut zum Kunden fahren müssen, um die Anlage wieder in Betrieb zu nehmen. Damit dies nicht eintritt, sollten Sie jede Verbindung mit einer Schlauchschelle sichern. Schließen Sie den Schlauch an dem unteren Ende des Y-Stückes an und nehmen Sie die rechte obere Seite des Y-Stückes und schließen hier erneut einen Schlauch an, der bis zu zum ersten Bohrloch reicht.

Estrichtrocknung

Schließen Sie nun ein T-Stück an und stecken Sie das T-Stück mittels der Gummimanschette in die Bohröffnung. Am anderen Ende des T-Stückes können Sie wiederum einen Schlauch anschließen, der bis zum nächsten Bohrloch reicht und den Sie ebenfalls wieder über T-Stück und der Gummimanschette in das Bohrloch einführen. Dies machen Sie so lange, bis Sie alle Bohrlöcher eingespeist haben. An das letzte T-Stück schließen Sie wiederum einen Schlauch an und führen diesen zurück zum Y-Stück, so dass Sie nun einen geschlossenen Kreis haben. Dies nennt man Ringtrocknung.

Durch die Aufteilung des Y-Stückes gewährleisten Sie, dass Ihre Luftverteilung gleichmäßig stattfindet. Sollten Sie nun eine Feuchtigkeitsmessung machen, beachten Sie bitte, dass Sie die Feuchtigkeitsmessung nicht an der Stelle machen, wo Sie die warme, trockene Luft einfluten, da dieser Bereich nach ca. einem halben Tag Betrieb der Trocknungsanlage trocken ist. Messen Sie immer an den Stellen, wo die Luft austritt. Im Druckverfahren sollten Sie immer einen Hepa-Luftreiniger mit aufstellen. Dieser dient dazu, die Luft, die über den Seitenkanalverdichter ins Raumvolumen eintritt und eventuell Schimmelsporen aus der Dämmschicht ins Raumvolumen einbringt, zu filtern.

Sollten Sie beim Bohren feststellen, dass auf der Bodenplatte stehendes Wasser vorhanden ist, können Sie die Anlage im Druckbetrieb nicht in Betrieb nehmen, sondern müssen diese im Vakuumverfahren betreiben. Das bedeutet, dass die Schlauchverlegung identisch bleibt, allerdings Sie jetzt nicht mehr Luft in die Estrichdämmschicht einbringen, sondern an der Saugseite des Seitenkanalverdichters anschließen, so dass die Luft angesaugt wird.  Achtung! Ein Seitenkanalverdichter darf niemals Wasser, Fremdkörper oder Schmutzpartikel ansaugen, da dies zu irrreparablen Schäden führen kann. Schließen Sie hier immer einen Wasserabscheider zwischen.

Wenn Sie eine Estrichdämmschichttrocknung im Vakuumverfahren betreiben, können Sie nicht nur Wasser und Schmutzpartikel innerhalb der Estrichdämmschicht ansaugen, sondern auch mineralische Fasern bzw. Schimmelsporen. Damit diese über den Seitenkanalverdichter nicht in die Raumluft eingebracht wird, ist es zwingend erforderlich, eine Hepa-Filterbox dazwischen zu schalten. Diese wird einfach am Ende des Seitenkanalverdichter über einen Schlauch angeschlossen, so dass die Luft, die über den Seitenkanalverdichter ins Raumvolumen eintritt, gefiltert wird.

Bitte beachten Sie auch unsere Trocknungspaket-Angebote.

Sollten Sie hierzu weitere Fragen haben, rufen Sie uns unter der Tel. 030 / 511 1600 an.